Bedenken

Bedenken

Kommentarspalten beginnen sich zu füllen, Posts auf digitalen Medien nehmen zu, weil darüber abgestimmt wird, ob und wie die Einwohner:innenzahl der Schweiz zu beschränken ist.

Zu bedenken wäre, dass Migration zu der Geschichte der meisten Schweizer Familien gehört und es nicht so lange her ist, dass aus wirtschaftlicher Not viele aus der Schweiz ins Ausland flohen.

Zu bedenken wäre, dass die Bibel ein Buch der Flucht ist, mit der eindringlichen Mahnung, nicht zu vergessen, selbst einmal fremd gewesen zu sein.

Zu bedenken wäre, dass zu den Kirchen Menschen von überall her gehören und es vielerlei Kontakte gibt durch Sozialdienste, Mittagstische, Beratungsstellen, Räumlichkeiten, Sprachkurse usw.

Zu bedenken wäre, dass es eine unverzichtbare gesellschaftliche Aufgabe ist, das Bevölkerungswachstum zu bewältigen und politisch um Lösungen zu ringen bei Verkehr, Bildung, Raumplanung, Sozialwerken.

Zu bedenken wäre, dass Hetze, plakative Schuldzuweisungen und die Suche nach Sündenböcken das Zusammenleben und den Zusammen­halt vergiften.

Zu bedenken wäre, dass in der Schweizer Verfassung festgehalten ist, das Handeln am Wohl der Schwächsten zu orientieren und die Würde eines jeden Menschen zu achten.

Das Bedenken lohnt sich.
Sich das Denken durch Schlagworte benebeln zu lassen,
ist keine gute Alternative.