Opfer-Ideologie

Opfer-Ideologie

In den Diskussionen,
wie die Wirtschaft zu organisieren sei,
wie Produktion und Dienstleitungen geregelt werden sollen,
war oft die Rede vom, Markt, der sich selber reguliere.

Die Prediger:innen des freien Marktes liessen verlauten:
Je weniger Leitplanken,
je weniger staatlichen Eingriffe,
je weniger gewerkschaftliche Organisation
desto besser.

Dass Menschen ihre Arbeit verlieren,
dass Menschen ausgebeutet werden,
dass Lebensgrundlagen zerstört werden,
das seien vorläufige Opfer, die zu erbringen seien,
bis dann dereinst der Markt für eine blühende Zukunft sorgen werde.

In den Diskussionen,
wie datenbasierte Systeme (auch künstliche Intelligenz genannt) das Leben verbessern sollen,
ist oft die Rede von einer neuen, goldenen Zukunft.

Die Prediger:innen dieser datenbasierten Systeme lassen verlauten:
Ihre Systeme werden alles wissen,
werden alles regeln können
und werden überall gegenwärtig sein.

Dass demokratische Entscheide umgangen werden, 
dass Regulierungen verhindert werden,
dass Rechenzentren Unmengen an Energie verbrauchen,
dass Datenschutz und Urheberrechte missachtet werden,
das seien vorläufige Opfer, die zu erbringen seien,
bis dann dereinst datenbasierte Systeme für eine blühende Zukunft sorgen würden.

Blinder Glaube wird als modern gepriesen.
Kritische Mündigkeit ist ein Störfaktor.
Autonomes Handeln wird als rückständig verunglimpft.

Opfer-Ideologien verbreiten sich im Namen des Fortschrittes.