Zerbrechlich

Zerbrechlich

Stark, klar, souverän.
So erscheinen Menschen manchmal.
Auf den ersten Blick.

Etwa Bruce Springsteen.
Seine dreistündigen Konzerte voller Energie.
Und dann erfährt man in seiner Biographie
von seinen schweren Depressionen.

Etwa Dietrich Bonhoeffer.
Im unerschrockenen Widerstand gegen Hitler.
Und dann erfährt man in seinen Briefen, dass er sich als
mutlos, kleinlich und zu leer, um zu beten oder zu denken, erfährt.

Niemand ist immer stark.
Niemand ist immer klar.
Niemand ist immer souverän.

Anders als zerbrechlich,
anders als widersprüchlich,
anders als unsicher
ist das Leben nicht zu haben.

In aller Unsicherheit,
in allen Zweifeln,
in allen Fragen
lässt sich die Welt ein Stück heller machen.

Oder wie es die Schriften sagen:
Das Helle, das Klare, das Wertvolle
tragen wir in zerbrechlichen Gefässen.

28. Sonntag A, 2 Kor 4,9